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HomeCare Krankenpflege GmbH

Gemeinsam in der WG alt werden

Heiligenhäuschen für die Tagespflege

Quelle: Geseker Zeitung „Der Patriot“, Stephanie Ruch, 11.02.2019

Hände Senioren-WG

Es ist der natürliche Lauf des Lebens – die Jahre vergehen und auf der Haut zeigen sich früher oder später Falten. Wenn im hohen Alter das Haus mit Garten, der wöchentliche Einkauf und das Putzen zu viel werden oder der Ehepartner von einem geht, stellt sich die Frage: Wie und wo möchte ich den letzten Lebensabschnitt verbringen?

Nicht jeder Senior möchte ins Heim oder ins Betreute Wohnen. Eine Senioren-Wohngemeinschaft, wie die am Geseker Teich, stellt eine weitere Lösungsmöglichkeit dar. So wie es Studenten oftmals tun, gibt es diese Wohnmöglichkeit auch für ältere Menschen. Eine Einrichtung, die einem eine helfende Hand zu Verfügung stellt, aber nur dann angenommen werden muss, wenn der Senior es auch möchte. Die nötige Betreuung kann mit einem eigenständigen Leben kombiniert werde. Unter dem Motto: Alles kann, nichts muss. Diese moderne Wohnform kann nicht mit einer klassischen Betreuung im Seniorenheim verglichen werden, so Marlene Schulte, Pflegekraft in der Wohngemeinschaft Am Geseker Teich.

Die ambulant geführte Homecare-Einrichtung hat vor kurzem einen runden Geburtstag gefeiert. Zehn Jahre gibt es nun die Einrichtung schon. Aus anfänglichen vier Senioren, sind mittlerweile zwölf geworden, die von zehn Pflegern betreut werden.

Die Zeit ist vorbei. Aber sie war schön.
Anneliese Stiens

Die älteste Seniorin ist Anneliese Stiens (91). Bevor Anneliese Stiens in die Einrichtung kam, hatte sie ein Haus an der Ostmauer mit einem großen Garten. Gartenarbeit, vor allem die mit Blumen, war ihr Hobby. Auch das Nähen hat ihr immer Freude bereitet. „Die Zeit ist vorbei. Aber sie war schön,“ erinnert sie sich. Aber Zeitung lesen ginge noch sehr gut, fügt ihre Pflegerin Marlene Schulte hinzu. „Das macht Frau Stiens jeden Tag.“

In der Wohngemeinschaft wird den Anwohnern Zeit und Raum für ihre Hobbys gegeben. Doch die meisten können aufgrund ihres Alters diese nicht mehr ausführen, weiß Marlene Schulte.

Trotzdem versucht das Pflegepersonal, den Senioren ein vielseitiges Programm zu bieten. „Jeden Sonntag gucken wir gemeinsam den Gottesdienst im Fernsehen.“ Auch Spaziergänge, einen Karnevalsbesuch oder zum Spargelhof geht es manchmal. „Die Aktivitäten sind ganz individuell, was die Senioren machen möchten und können.“ Auch den Umzug der Gösselkirmes verfolgen die Senioren oder es wird ein Eis in dem heimischen Eiscafé gegessen. „Bei uns gibt es keine strikten Regeln und zeitliche Vorgaben. Nur das Mittagsessen um Punkt zwölf Uhr,“ sagt Marlene Schulte lachend. Danach haben die Senioren bis 15 Uhr Zeit um sich zurück zu ziehen.

Anschließend gibt es Kaffee. Nach dem Abendbrot werden oft Geschichten vorgelesen oder Filme angeschaut, die die Senioren an frühere Zeiten erinnern. „So kommen manchmal ganz tolle Gespräche zustande,“ erzählt Pflegerin Marlene Schulte. Auch Anneliese Stiens schwelgt gerne in Erinnerungen. Natürlich gibt es auch Bewohner, die an Demenz leiden und etwas mehr Unterstützung brauchen. „Ob krank oder fit – hier kümmern wir uns um jeden Bewohner,“ so Marlene Schulte.

Auch wenn die Einrichtung sich ihren Bewohnern so gut es geht anpasst, wären die Senioren lieber zuhause in den heimischen vier Wänden. „Keiner ist lieber hier als in ihrem trauten Heim, aber für manche wird dies ihr neues Zuhause.“ Auch Anneliese Stiens ist auf eigenen Wunsch vor zehn Jahren in die Wohngemeinschaft gekommen. Marlene Schulte erinnert sich: „Frau Stiens konnte den Haushalt nicht mehr alleine stemmen.“

Ob krank oder fit – hier kümmern wir uns um jeden Bewohner.
Marlene Schulte, Pflegekraft

Um sicher zu gehen, dass sich die Senioren wohl fühlen, bietet die Einrichtung ein so genanntes Probewohnen an. „Die meisten bleiben dann auch bei uns“, so Schulte. Das Schöne sei, dass nicht nur das Personal für die Bewohner da ist, sondern auch die Bewohner sich untereinander stärken. Wenn jemand beim Kaffeetrinken fehlt, wird das bemerkt, so Marlene Schulte. „Allein ist man hier nicht.“

In der Senioren-WG finden alte Menschen Halt.

Quelle: Geseker Zeitung - Der Patriot, Ausgabe vom 11.02.2019 / Foto: Ruch

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